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Mitarbeitende sind Marken!

Roger Lütolf

Roger Lütolf

02. Oktober 2025
Mitarbeitende sind Marken!

Zwei Männer in orangefarbener Arbeitskleidung. Sie kehren die Strasse, räumen weg, was liegen geblieben ist. Alltag, nichts Besonderes. Und doch: Ein kurzes Video von ihnen landet auf Instagram und wird zum Hit. 1,8 Millionen Menschen schauen zu, wie das Strasseninspektorat der Stadt Luzern (2024) seinen Job macht. Ein späteres Video «Ihr könnt nicht alles zu Zweit machen» erreichte sogar 5.2 Mio Menschen.
Die Kommentare? Dankbar, anerkennend, begeistert.

Kein Hochglanzspot, kein Millionenbudget – nur zwei Mitarbeitende, die sichtbar werden. Das ist People Make Marketing.

 

Kleine Gesten, grosse Wirkung

Die Geschichte aus Luzern ist kein Einzelfall. Immer wieder sorgen Mitarbeitende mit ihrem Handeln dafür, dass Marken ins Rampenlicht rücken:

  • LEGO in Dänemark (2013): Ein Junge verliert seine Lieblingsfigur. Ein Mitarbeiter schreibt ihm zurück – nicht nur mit Worten, sondern in der Rolle von „Sensei Wu“. Plus Ersatzfigur, plus Extras. Das Mail ging um die Welt und machte aus einer Reklamation eine Legende.
  • Deutsche Bahn (2019): Ein Zugbegleiter erklärt eine Verspätung mit trockenem Humor. Ein Fahrgast nimmt es auf, das Video verbreitet sich millionenfach. Plötzlich redet niemand mehr über Verspätung, sondern über Menschlichkeit. Leider hat die Geschichte aber nicht zu mehr Pünktlichkeit der Deutsche Bahn geführt :-) 
  • Aldi-Kassiererin in Deutschland (2021): Mit ehrlichen Clips aus ihrem Alltag trifft sie den Nerv einer ganzen Generation. Millionen Views, ohne Drehbuch, nur Echtheit.

Gut gemeint, aber trotzdem schlecht: KLM «Lost-and-Found-Beagle» (2014). Ein "härziger" Hund, der angeblich vergessene Dinge zurückbringt inklusive stolze Mitarbeitende und glückliche Passagiere. Die Geschichte ging viral, entpuppte sich aber als PR-Story. Das Problem: Wenn eine Geschichte nicht echt ist, beginnen Kundinnen und Kunden auch andere Botschaften zu hinterfragen. Authentizität ist keine PR-Aufgabe, sie muss gelebt werden.

 

Negativbeispiel

Natürlich funktioniert es auch umgekehrt. Ein bekanntes Handelsunternehmen in Deutschland (2022) erlebt, wie ein Mitarbeiter durch respektloses Verhalten in einem TikTok-Video viral geht. Innerhalb weniger Stunden wird die Marke zum Negativbeispiel. Vertrauen, das über Jahre aufgebaut wurde, bricht in Tagen ein.

Die Lehre: Ein einziger Fehltritt reicht. Solche Dinge lassen sich nie ganz verhindern. Aber wer kontinuierlich in Employer Branding investiert und viele positive Geschichten auf seiner Seite hat, federt Rückschläge besser ab und verliert nicht gleich Umsatz und Image.

 

Zahlen, die überzeugen

Warum lohnt es sich also, in Mitarbeitende zu investieren?

  • Eine Gallup-Analyse (2024) zeigt: Hoch engagierte Teams sind 23 % profitabler.
  • Die Randstad Employer Brand Studie Schweiz (2025) belegt: Firmen, die Wertschätzung, Entwicklung und Work-Life-Balance ernst nehmen, gewinnen leichter Talente und sparen Kosten durch weniger Fluktuation.
  • Faustregel: Der Ersatz einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters kostet bis zu 200 % des Jahresgehalts – Recruiting, Onboarding, Produktivitätslücken eingerechnet.

 

Fazit

Das Beispiel aus Luzern zeigt: Die besten Werbespots passieren nicht im TV, sondern auf der Strasse. Wo Mitarbeitende sichtbar, wertgeschätzt und authentisch handeln, entsteht echte Aufmerksamkeit – glaubwürdiger und nachhaltiger als jede Kampagne.

Doch Standard reicht nicht mehr. Ein Früchtekorb oder ein nettes Leitbild allein machen noch keine Arbeitgebermarke. Papier nimmt bekanntlich alles an. Entscheidend ist, dass Werte gelebt werden. Emotionen und Inhalte müssen spürbar sein, im Alltag und im Umgang miteinander.

Employer Branding ist kein kurzfristiger Trend, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der aufgebaut, gepflegt und weiterentwickelt werden muss. Mitarbeitende sind Marken. Sie tragen Werte, Haltung und Kultur nach aussen – bewusst oder unbewusst. Wer sie stärkt, investiert direkt in die (Mitarbeiter-)Marke.

Gleichzeitig ist oft unklar, wo Employer Branding im Unternehmen verankert ist – im Marketing oder im HR. Das führt dazu, dass zwar vieles angestossen wird, aber aus Zeit- oder/und Wissensgründen nicht konsequent umgesetzt werden kann. Darin liegt jedoch eine grosse Chance: Wer Employer Branding bewusst und passend zur eigenen Firmenkultur gestaltet, hebt sich deutlich ab und gewinnt nachhaltig.

Nur so entstehen Erfolg und Freude: bei den Mitarbeitenden, bei den Kundinnen und Kunden und beim Unternehmen selbst. Versprochen.

People Make Marketing.

 

Info

Die Marketingagentur buzz:fun GmbH hat das Produkt www.peoplemakemarketing.ch entwickelt und setzt damit ein Ausrufezeichen (!). Das integrierte Impulsreferat einer Persönlichkeit wirkt als grosser und überraschender Motivator. Die Standortanalyse und die Umfrage sind personalisiert und breit abgestützt. Daraus entstehen massgeschneiderte, nachhaltige Strategien, die wirken.