Die SonntagsZeitung brachte mich zum Nachdenken

Roger Lütolf

Die SonntagsZeitung brachte mich zum Nachdenken
Ein persönlicher Gedanke über KI, Generationenmanagement und modernes Employer Branding.
Heute früh habe ich in der SonntagsZeitung einen Artikel gelesen, der mich begeistert hat. Darin zeigen Unternehmen wie Zühlke, BDO und Thjnk, wie sie sich mit den Auswirkungen von KI auf die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden auseinandersetzen. Solche Unternehmen braucht es. Unternehmen, die Verantwortung übernehmen und sich mit den Herausforderungen der Zukunft beschäftigen.
Und trotzdem hat mich ein Gedanke nicht mehr losgelassen:
Im Artikel stehen vor allem die Juniors im Mittelpunkt. Die Gefahr, dass durch KI Kompetenzen verloren gehen. Die Frage, wie junge Mitarbeitende begleitet werden können. Alles nachvollziehbar. Gleichzeitig habe ich mich gefragt, ob wir damit nicht nur einen Teil der Geschichte erzählen.
Genau an diesem Punkt musste ich an Employer Branding denken.
Für mich beginnt modernes Employer Branding dort, wo Unternehmen bewusst unterschiedliche Talente zusammenbringen. Nicht nur junge Talente. Sondern Talente mit unterschiedlichen Stärken, Erfahrungen und Perspektiven.
Wenn wir davon ausgehen, dass Erfahrung, Urteilsvermögen und kritisches Denken durch KI noch wichtiger werden, dann stellt sich automatisch eine zweite Frage: Wer gibt dieses Wissen weiter?
Warum sprechen wir so oft von jungen Talenten? Warum nicht genauso bewusst von erfahrenen Talenten? Von Menschen mit Erfahrung, die offen für Veränderungen sind, Freude an neuen Technologien haben und ihr Wissen weitergeben möchten?
Vielleicht ist das eine 28-jährige Persönlichkeit. Vielleicht aber auch jemand mit 58 oder 60 Jahren. Nicht das Alter ist entscheidend. Entscheidend sind Offenheit, Lernbereitschaft und die Kompetenz, andere weiterzubringen.
Gerade in einer Zeit, in der KI immer mehr Aufgaben übernimmt, könnten erfahrene Persönlichkeiten eine noch wichtigere Rolle übernehmen. Als Coaches. Als Sparringspartner. Als Menschen, die Ergebnisse einordnen und Erfahrung weitergeben.
"Wir sprechen ständig vom Fachkräftemangel. Gleichzeitig übersehen wir oft Menschen, die genau das mitbringen, was Unternehmen künftig am dringendsten brauchen: Erfahrung, Offenheit und den Wunsch, ihr Wissen weiterzugeben."
Vielleicht machen Zühlke, BDO oder Thynk genau das bereits. Der Artikel liess dafür zwischen den Zeilen durchaus Raum. Mir geht es deshalb nicht um Kritik an diesen Unternehmen. Im Gegenteil. Der Artikel hat mich lediglich dazu gebracht, den Gedanken weiterzudenken.
Vielleicht sprechen wir künftig weniger über junge Talente und ältere Mitarbeitende. Und mehr über Talente mit unterschiedlichen Stärken.
Denn genau daraus entsteht für mich modernes Employer Branding. Teams, in denen Erfahrung auf Neugier trifft. Teams, in denen Wissen weitergegeben wird. Teams, in denen unterschiedliche Generationen voneinander lernen.
People Make Marketing.


